Kirchenvorstand

Einleitung Nur gedachte, nicht körperlich vorhandene, juristische Personen können im rechtlichen Verkehr nicht wahrnehmbar auftreten. Sie können sich ihrem rechtsgeschäftlichen Partner nur durch Menschen verständlich machen, aber auch ihr eigenes Vermögen nicht selbst, sondern nur mit Hilfe von Menschen verwalten. Natürliche Personen müssen also als ihr Organ dienen und an ihre Stelle tätig werden, hören, denken, entscheiden, ihren Willen bekunden. Das Organ der Kirchengemeinde ist der Kirchenvorstand. Zusammensetzung Der Kirchenvorstand besteht aus dem mit der Leitung der Gemeinde vom Bischof beauftragten Geistlichen und einer je nach der Seelenzahl unterschiedlichen Anzahl von der Gemeinde gewählter Mitglieder. Wählbarkeit und Wahlrecht Wählbar ist jedes Gemeindemitglied, das am Wahltage 21 Jahre alt ist und ein Jahr in der Zivilgemeinde wohnt, in der die Kirchengemeinde ihren Sitz hat. Wahlberechtigt und wählbar sind nur Mitglieder der Pfarrgemeinde. Vom Wahlrecht ist ausgeschlossen und damit auch nicht wählbar ist: wer entmündigt ist wer unter vorläufiger Vormundschaft oder Pflegschaft wegen geistiger Gebrechen steht wer infolge strafgerichtlicher Verurteilung, das Recht, in öffentlichen Angelegenheiten zu wählen oder zu stimmen, nicht besitzt. Amtsdauer Das Amt dauert sechs Jahre und endet mit dem Eintritt der jeweiligen durch, die Wahl bestimmten Nachfolger. Wiederwahl ist möglich. Ergänzung Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus oder nimmt es die Wahl nicht an, muss der Kirchenvorstand sofort ergänzt werden, da er nur in vollzähliger Besetzung wirksame Beschlüsse fassen und rechtsverbindliche Verträge abschließen kann. Die Kirchengemeinde Nicht nur Menschen können Eigentümer von Grundstücken sein und Verträge schließen. Unzählige Einrichtungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft treten in rechtlicher Hinsicht wie Menschen persönlich auf, so dass man sie juristisch Personen nennt. Man stellt sie sich so vor, als seien sie für den rechtlichen und wirtschaftlichen Bereich dasselbe wie der persönliche Mensch, die wie er denken, reden, handeln können. So ist auch die Kirchengemeinde eine juristische Person, eine rechtlich selbständige Vermögensträgerin eine Rechtsträgerin. Diese Eigenschaft hat sie vom Staat erhalten. Da sie für das öffentliche Leben im Verlauf ihre Geschichte von wesentlicher Bedeutung war und es bleiben wird, nennt man sie, ebenso wie beispielsweise die Zivilgemeinde, eine öffentlich-rechtliche Körperschaft. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben ist die Kirche auf materielle Mittel angewiesen, auf die Kirchensteuer und das örtliche Vermögen in den Kirchengemeinden. Dieses Vermögen zu verwalten und zu vermehren, seine Erträge und ergänzende Kirchensteuermittel sinnvoll zu verwenden, ist die Aufgabe des Kirchenvorstandes. Die zusammenfassende Antwort auf die Frage, nach den damit verbundenen Rechten und Pflichten geben das Kirchenrecht und die Grundsatzbestimmung des Gesetzes über die Verwaltung, des katholischen Kirchenvermögens vom 24.7.1924. Der Kirchenvorstand verwaltet das Vermögen in der Kirchengemeinde. Er vertritt die Gemeinde und das Vermögen. Geordnet ist die kirchliche Vermögensverwaltung sowohl durch kirchliches als auch. durch staatliches Recht.